Das Geheimnis der Farbpsychologie im Webdesign

vonLisa Volpert
Die Farbpsychologie nimmt im Bereich Design eine sehr wichtige Rolle ein. Vor allem im Webdesign erlangen Farben eine psychologische Bedeutung. Farbe ist genau betrachtet nur eine Sinneswahrnehmung, doch der schnellste und einfachste Weg Eindruck zu hinterlassen. Die Psychologie einer Farbe beeinflusst unser Kaufverhalten und unsere Bewertung von Webseiten, Produkten oder Marken. Wie ihr die Farbpsychologie richtig einsetzt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Wie Webfarben uns in unserem Verhalten beeinflussen

Die Auswahl der Grundfarbe, auch Hausfarbe genannt, ist sowohl wichtig für das Marketing, als auch psychologisch entscheidend für den bleibenden ersten Eindruck. Die psychologische Wirkung von Farben beeinflusst unsere Emotionen und unser Verhalten, wie das Kaufverhalten. So erwartet man ganz automatisch bei einem Discounter knallige Farben wie Rot und Gelb, aber nicht bei einem hochwertigen Bioladen. Unser Farbempfinden und dessen Interpretation ist subjektiv. Es basiert auf einem Zusammenspiel aus unserer Erziehung, dem kulturellen Hintergrund, dem Farbumfeld und den eigenen Vorlieben.

Mit dem Effekt der Farbwirkung beschäftigt sich die Farbpsychologie. Neben anderen Faktoren wie der richtigen Typografie sind Farben für dein Unternehmen essenziell wichtig. Um sicherzustellen, dass die Farben auch das Ziel und die Botschaft eures Unternehmens oder Produkts unterstützen, die Zielgruppe ansprechen und das gewünschte Verhalten bewirken, sollte man sich mit seinen Webfarben und der psychologischen Bedeutung der Farben beschäftigen.

Die Leitlinien in der Farbpsychologie und ihre Bedeutung

Um die Farben richtig auszuwählen, sind im Voraus ein paar grundlegende Informationen nötig. Sie sollten Farben nur sparsam verwenden, höchstens drei bis vier Farben. Der Mensch kann nur maximal fünf Farben auf einmal wahrnehmen. Der Einsatz der Farbe und die Farbkombinationen im Webdesign erfolgen nach Wichtigkeit und sollten nur farbliche Akzente setzen. Für die richtige Farbauswahl sollten neben der Farbenlehre in der Psychologie auch folgende Leitlinien beachtet werden:

  • Gleichabständige Farbkombinationen:
    Grundlegend ist der meist 24-teilige Farbkreis, der aber auch weiter unterteilt sein kann. Anhand dessen werden 2-4 Farben ausgesucht. Entweder zwei Farben die komplementär sind, sprich sich gegenüberliegen oder 3 bis 4 Farben mit dem gleichen Abstand zueinander. Durch diese Auswahl erhalten Sie einen harmonischen Gesamteindruck.
  • Nebeneinander liegende Farbkombinationen:
    Farbharmonien entstehen durch die Auswahl von drei Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen.
  • Variation der Sättigung und Helligkeit:
    Gesättigte Farben erlangen die Aufmerksamkeit am schnellsten. Damit diese nicht konkurrieren, werden weniger gesättigte Farben mit der gesättigten Farbe kombiniert.

 

Die psychologische Bedeutung der Farben und ihre emotionale Wirkung

Die Farbwirkung kann grob in warme und kalte Farben unterteilt werden, was ohne Wertung passiert. Jede Farbe kann sowohl positive als auch negative Emotionen hervorrufen.

Warme Farben und ihre farbpsychologische Bedeutung

 

Rot:

Rot ist in der Farbpsychologie die Farbe der Liebe, des Blutes und Feuers. Sie hat eine starke Signalwirkung und steht außerdem für Wärme, Aktivität und Geschwindigkeit. Im Zusammenhang mit Lebensmitteln hat Rot eine appetitfördernde Wirkung. Sie wirkt auch anregend, intensiv, warm, aggressiv, leidenschaftlich und vermittelt Dringlichkeit, was den Spontankauf anregt.

Zu den negativen Assoziationen gehören neben Wut, Gefahr und Feuer, auch Gewalt und Kampflust. Manchmal ist aber genau diese Wirkung gewollt.

 

Orange:

Orange ist die Farbe der Freundlichkeit,  Aktivität und des Humors. Wie die anderen warmen Farben steht sie in der psychologischen Farblehre für Wärme und Energie. Teure Produkte wirken durch die Verwendung von dieser Webfarbe bezahlbar, sie erscheinen günstiger. Außerdem wirkt Orange aufregend, vital, verspielt, frisch und symbolisiert die jahreszeitliche Veränderung.

Emotional kann Orange jedoch auch Feindseligkeit und Kampf ausdrücken.

 

Gelb:

Die Farbe Gelb steht für Optimismus, Kommunikation, Veränderung und Glück. Gelb strahlt wie die Sonne und vermittelt Heiterkeit, Freundlichkeit und Lebensfreude, aber auch Energie, Licht und Strom. Gelb erregt durch ihre leuchtende, strahlende Wirkung in der psychologischen Farblehre Aufmerksamkeit und wirkt zudem antreibend, was gezielt eingesetzt werden kann.

Je nach Farbton kann sich die Wirkung von Gelb sich unterscheiden, ob der Ton eher zu Gold tendiert und reif und wertig wirkt oder das Gelb sehr hell ist und aggressiv, feig und listig wirken kann.

 

Die Psychologie der kalten Farbe:

 

Grün:

Grün ist die Farbe der Hoffnung, der Gesundheit und Ausgeglichenheit. Sie wird mit der Natur und Wachstum gleichgesetzt, da Grün in der Natur die dominierende Farbe darstellt.
Durch diese Assoziationen wirkt Grün beruhigend, bodenständig und erfrischend. Es steht aber auch für Ruhe, Harmonie, Erneuerung und Zuversicht.

Negative Assoziationen der Farbe sind Neid, Habgier, Eifersucht und wie das Sprichwort “Grün hinter den Ohren” sagt, der Mangel an Erfahrung.

 

Blau:

Wasser, Weite und Tiefe werden in der Farbenlehre mit Blau assoziiert, was die Phantasie und Sehnsucht anregt. Die Farbe Blau trägt zur Senkung des Blutdrucks bei, da sie entspannend, zuverlässig und ruhig wirkt. So wie Eis als Blau wahrgenommen wird, wirkt die Farbe auch stark, stabil und kalt. Aus diesem Grund findet sie häufig Anwendung bei Kühlprodukten und dem Thema Klima. Auch in der Technik und IT wird Blau häufig eingesetzt um Sicherheit und Vertauen zu vermitteln.

Zu den negativen Assoziationen gehören Depression, Distanz und Traurigkeit.

 

Violett:

Violett hat in der Farbpsychologie eine besondere Wirkung. Sie ist die Farbe der Spiritualität und des Reichtums, dieses rührt aus der historischen Vergangenheit. Hinzu kommt die einzigartige, extravagante und mystische Wirkung. Je nach Farbton steht die Farbe auch für Weiblichkeit. Sie regt nachweislich die Kreativität und Vorstellungskraft an.

Zu viel Extravaganz kann die Farbe auch verschwenderisch wirken lassen und je nach Kultur kann sie auch für Trauer stehen.

 

Neutrale Farben und ihre Wirkung:

 

Weiß:

Weiß verbindet man mit Hochzeit, Frieden und Neuanfang. Sie wirkt rein, unschuldig, neutral und sauber. Der Einsatz von Weiß im Webdesign vermittelt Weite, Unbegrenztheit und separiert die Inhalte ordentlich durch die Wirkung der Weite. Wissenschaft und Klugheit werden auch mit der Farbe gleichgestellt.

Negative Assoziationen in der psychologischen Farbbedeutung von Weiß sind Sterilität und Unpersönlichkeit.

 

Schwarz:

Schwarz wird mit Eleganz, Mode und Tiefe assoziiert. Der Einsatzbereich geht über Schwarz als Schriftfarbe hinaus. Die Farbe eignet sich gut als Hintergrundfarbe für Weiß und helle Farben, auch für Gold und Silber. Moderne und edle Produkte werden oft in schwarz gehalten. Außerdem symbolisiert schwarz Stärke, Stabilität und wirkt seriös und zeitlos.

Zu den negativen Assoziationen gehören Pech, Boshaftigkeit, Tod, Trauer und Dominanz.

 

Fazit zum Thema Farbpsychologie

Die Grundlagen zum richtigen Einsatz und der psychologischen Bedeutung von Farben, sowie der richtigen Farbkombinationen im Webdesign spielen eine große Rolle für Unternehmen. Farben beeinflussen unsere Emotionen und unser Verhalten dem Unternehmen und dem Produkt gegenüber. Die Farbenlehre in der Psychologie kann Leitlinien für Farbkombinationen und der Wirkung von Farben aufweisen. Es gilt aber auch zu beachten, dass es keine konkreten Regeln für die Wahl einer Farbe gibt. Bei Designern sind Regeln manchmal dazu da, um gebrochen zu werden. Die Wahrnehmung von Farben sind so individuell wie die ganze Farbpalette an sich. Bei der Erstellung von neuen Webseiten oder der Überarbeitung sollte die Farbpsychologie jedoch immer Beachtung finden.

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