Smart Shopping Kampagnen bei Google Ads: Was ist das und was gilt es zu beachten?

vonMarcel Entrup, Philipp Steiger & Jonas Hengsbach
Googles neues Kampagnen-Format „Smart Shopping“ ist seit ca. Sommer 2018 verfügbar. Wir zeigen euch, wie genau dieses Kampagnenformat definiert ist und welche Vorteile sich hierdurch ergeben!

Smart Shopping Kampagnen sind zunächst herkömmliche Shopping Anzeigen plus Produktanzeigen und Responsive Ads des dynamischen Remarketings. Anzeigen werden somit nicht nur wie bei klassischen Shopping Kampagnen in der Google Suche ausgestrahlt, sondern auch im Displaynetzwerk, YouTube und Gmail:

Bei diesen Kampagnen erfolgt die Anzeigenausstrahlung und Platzierung völlig eigenständig und automatisiert durch Google selbst.

Der Werbetreibende kann hier nicht gezielt auswählen, wo seine Anzeigen platziert werden sollen. Die Kampagnen und der Algorithmus arbeiten hier auf von uns festgelegten Zielen. Dieses Ziel kann entweder ein festgelegter Ziel-ROAS-Wert sein oder eine Maximierung des Umsatzwertes ohne genaues ROAS-Ziel. ROAS steht für Return On Advertising Spend und kommt der bekannteren Kennzahl ROI nahe.

Da die Verwaltung von Kampagnen immer komplexer und zeitintensiver wird, wie zum Beispiel: Zielgruppentargeting, Geräteüberwachung, Platzierung von Geboten, Platzierung von Websites, Remarketing oder Shopping Kampagnen, nimmt uns Google hierbei einen Großteil unserer Arbeit ab und optimiert gleichzeitig die Kampagnen, sodass unsere vorgegebenen Ziele erreicht werden.

Dabei findet und fängt Google außerdem im richtigen Moment die relevanten Nutzer im passenden Kanal – wie etwa zunächst der Google Suche und im Abschluss bei YouTube ab. Dies basiert auf Machine learning und funktioniert mit nur einem Feed, wie bei herkömmlichen Shopping-Kampagnen.

„Smart shopping campaigns unlock 20% more conversion value than standard campaigns“ – Quelle: Google

# Wie können sich Anzeigen für verschiedene Nutzer unterscheiden? Stichwort Remarketing?

Google unterscheidet zwischen Nutzern, die bereits auf der Website waren und Nutzern, die auf der Website waren und sich dort auch spezifische Produkte angesehen haben. Im Displaynetzwerk bekommen diese Nutzer dann unterschiedliche, für sie personalisierte Anzeigen ausgestrahlt.

Hierzu ein Beispiel, wenn sich Nutzer nur auf der Website aufgehalten haben und sich dort keine spezifischen Produkte angesehen haben:

Wenn sich Nutzer jedoch genaue Produkte angesehen haben, bekommen Sie zum Beispiel folgende Anzeigen:

# Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Sie ein solches Kampagnen-Format nutzen können?

Zunächst müssen dieselben Anforderungen erfüllt werden wie auch bei „normalen“ Shopping Kampagnen. Außerdem muss eine solche klassische Shopping Kampagne bereits vorhanden sein, welche mindestens 20 Conversions in den letzten 45 Tagen erzielt hat. Des Weiteren wird mindestens eine Remarketing Liste mit mindestens 100 aktiven Nutzern benötigt.

# Welche Vor- und welche Nachteile gibt es bei dieser Art von Shopping Kampagnen?

Grundsätzlich sind die größten Vorteile, dass die Kampagne auf das vorgegebene Ziel optimiert wird und alle Kanäle abgedeckt werden. Außerdem werden Gebote selbstständig und anhand einer Vielzahl von Einflussfaktoren angepasst, wodurch viel Zeit eingespart werden kann. Smart Shopping Kampagnen lassen sich sehr schnell erstellen und können herkömmliche Shopping-Kampagnen vollständig ersetzen. Große Reichweiten sind durch die Ansprache der verschiedenen Kanäle nahezu garantiert.

Doch es gibt auch einige Nachteile. So entfällt durch Smart Shopping Kampagnen eine große Kontrolle. Produktbezogene Gebote können nicht festgelegt werden, Keywords können weder bearbeitet noch ausgeschlossen werden und auch Berichte darüber, wo die Anzeigen ausgeliefert wurden, stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.

# Fazit

Googles Smart Shopping Kampagnen versprechen sehr viel Potenzial. Durch diese Kampagnen können verschiedene Kanäle effizient abgedeckt werden, bei denen verschiedenen Nutzern unterschiedliche Anzeigen präsentiert werden und diese im richtigen Moment abgefangen werden. Außerdem übernimmt der Algorithmus einen Großteil der Arbeit und Kampagnen können sehr schnell aufgesetzt werden. Allerdings entfällt durch diese Kampagnen die volle Kontrolle und vieles basiert auf machine learning. Verschiedene Case Studies zeigen jedoch, welches Potenzial diese Kampagnen haben können. Zudem zeigt sich ein klarer Trend in Richtung Automatisierung, der sich gerade für größere und komplexere Kunden anbietet.